Hue presented by Thuan

 

Die 13h im Sleeperbus von Hanoi nach Hue haben wir mehr oder minder gut überstanden. Nachdem der Fahrer die ersten paar Bodenwellen einfach galant übersah, waren seine Fahrkünste fast schon als sicher zu bezeichnen. Die ersten paar Stunden versüsste uns John Rambo in Rambo Teil wasweissich, der aber trotz Dauermorden nicht an Jon Rambo herankam, der fast schon übereifrig jeden einzelnen Moskito killte, der durch die offene Türe hereingekommen war. Liebe Vietnamesen: offene Bustüre und Licht = 1 Mrd Moskitos, da bringt es auch nichts, die Klimaanlage später auf -50Grad zu stellen.

Der Bus war aber wirklich ganz in Ordnung – es war fast schon bequem! Trotzdem gelang das Schlafen nur im Stundentakt und so kam es, dass ich mich dann doch einmal missmutig aufs WC quälte. Als ich zurückkam, fehlte meine Decke. Wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, aber es war wirklich arschkalt und keine Decke + Null Schlaf! Wer hatte also die Frechheit, meine Decke zu entwenden oder war ich einfach schlichtweg zu blöd, sie zu finden? Ich durchsuchte den ganzen Bus und spähte, ob sich vielleicht einer der Mitreisenden als dreister Dieb entlarven liess und zwei Decken besass. Nichts – ich war kurz vorm Verzweifeln. Da entdeckte ich die zusammengefaltete und unbenutzte Decke des selig schlafenden Beifahrers und klaute kurzerhand diese (Notstand!). Am nächsten Morgen kam mir das ganze Szenario unwirklich vor, ich dachte schon, ich hätte vielleicht geträumt, bis mich an einer Raststätte eine Mitreisende ansprach. Sie müsse mir da wohl etwas erklären (ich hatte da irgendwie eine Vermutung, was sie meinen könnte..); sie hätte ihre Linsen nicht getragen und da schien ein leeres Bett und es sei so kalt gewesen (grr) und da habe sie einfach die Decke genommen. Sie schäme sich so.. naja, no worries, hat ja nur der Beifahrer gefroren  😉

Als wir dann endlich in Hue ankamen, war der Ansturm der Motortaxis gar nicht mal so schlimm. Sie waren sogar ziemlich „zahm“, denn sie liessen uns nach nur einem einzigen „We don’t stay in Hue“ in Ruhe. Wir erkundigten uns in unserem Büro, wann der nächste Bus weiter nach Hanoi fahren würde und hofften, bis dahin noch etwas von Hue zu sehen. Wir wurden zweimal enttäuscht: Erstens war der Bus schon voll und auch die anderen Agenturen, die wir kontaktierten und zweitens starteten alle Touren um 8am (es war schon nach 9am). Auch eine Übernachtung in Hue hätte da nicht viel gebracht, da der Bus am nächsten Tag um halb 2 abfuhr und die Touren bis 3 Uhr gingen. Wir hatten uns gerade entschieden, den local bus zu nehmen, da trafen wir auf Thuan. Der Motortaxifahrer war ausgesprochen freundlich und hatte sogar ein Büchlein mit Referenzen von verschiedenen Leuten dabei. Wir liessen uns überreden, die Minibusagenturen abzuklappern, die nach seinem Wissen oft noch einen Platz hatten und mit 3-4$ genauso teuer wie der local bus waren. Bei der dritten Agentur hatten wir denn auch Glück, 2 Plätze nach Hoi An wurden sofort gebucht. Doch wie die 4 Stunden bis zur Abfahrt überbrücken? Natürlich hatte Thuan auch da die passende Lösung parat: für je 100000d (etwa 6$, eine Tour hätte etwa 14$ gekostet) brachte er zu seiner Meinung nach wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Hue. So sahen wir nicht nur noch etwas von Hue, wir wurden auch bestens unterhalten und das Fahren auf dem Motortaxi macht langsam richtig Spass! Es ist einfach erstaunlich, wie die Vietnamesen es hinkriegen ohne Ampeln aus allen Richtungen eine Kreuzung zu befahren und keinen Unfall zu bauen. Wir hatten also doch noch einen tollen Morgen in Hue und das Essen (1.20$ pro Person mit Getränk) im von Thuan empfohlenen Restaurant war auch lecker.

Um halb 2 bestiegen wir dann den Bus nach Hoi An. Es war so heiss wie nie zuvor und wir freuten uns beinahe auf 4h im klimatisierten Bus. Klimatisiert – ein schönes Wort. Nur leider verfügte der Bus nicht über eine solche Klimaanlage, die einzige Abkühlung war der Fahrtwind. Da der Bus aber zuerst noch ca 10 andere Hotels ansteuerte, um weitere Passagiere einzuladen, verbrachten wir über eine Stunde ohne eben diesen Fahrtwind und wurden langsam geschmort. Ach ja, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, damit der Bus überhaupt starten konnte, mussten alle nochmals raus und ihn anschieben. Danach fuhr er (der Bus) aber ohne Probleme, was man vom Fahrer nicht behaupten kann. Dass dem Vietnamesen bestes Stück seine Hupe ist, war uns von der ersten Sekunde in diesem Land an klar. Unser Driver war aber im Stande, sogar zu hupen, wenn wirklich niemand auf der Strasse war (jaja, sowas gibts). Er fuhr sozusagen dauerhupend, was dazu führte, dass wegen ihm zwei Motorbikes zusammenstiessen. Die Fahrer flogen in grossem Bogen von ihren Bikes, unser Fahrer fuhr gelassen weiter. Schlussendlich kamen wir aber wohlbehalten in Hoi An an.

Jul 15, 2008 03:59                                                               Viet Nam                                                  Huế

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